Wahlleistungen (IGeL)

Ärztliche urotherapeutische Beratung

Unter Urotherapie werden alle konservativen, nicht chirurgischen und nicht pharmakologischen Behandlungsverfahren von organischen und nicht-organischen (funktionellen) Funktionsstörungen der Blase und der Enuresis nocturna bezeichnet. Zahlreiche Elemente der Urotherapie orientieren sich an den Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie. Urotherapie richtet sich immer an Kind und Eltern gemeinsam.

Standardurotherapie

Die wichtigsten Bestandteile der Standardurotherapie sind Informationen über die Entwicklung und Funktion der Harnblase und der Blasenentleerung, Charakterisierung der Harninkontinenz und
Entwicklung von Strategien, die Blasenfunktion zu normalisieren. Hierzu werden einfache Bilder oder Modelle benutzt, z. B. ein Luftballon als Modell der Harnblase, einfache Skizzen zur Anatomie und zur Zusammenarbeit von Kopf und Blase.

Spezielle Urotherapie

Sie umfasst verschiedene Formen der Physiotherapie, des Beckenbodentrainings,
Biofeedbacktraining, Elektrostimulation (z. B. transkutane elektrische Nervenstimulation, TENS), Anleitung zum sauberen Einmalkatheterismus, aber auch die Instruktion zur apparativen Verhaltenstherapie mit einem Weckapparat bei Enuresis.
Die Anwendung spezieller urotherapeutischer Verfahren orientiert sich an den jeweiligen Störungsbildern und Inkontinenzformen. Auch bei organischen Formen der Harninkontinenz kommt Urotherapie zur Anwendung, z. B. bei neurogener Blasendysfunktion bei Myelomeningozele.

Wesentliche Inhalte bei allen urotherapeutischen Bemühungen sind:

  • Erläuterung der normalen Blasenfunktion (Information und Demystifizierung)
  • Bestimmung der Art (Charakterisierung) der Blasenfunktionsstörung
  • Instruktion zu einem optimalen Miktionsverhalten alternativ: Anleitung zu einer verbesserten Blasenentleerung
  • Anleitung zu einem verbesserten Trink- und Ernährungsverhalten und zur Darmentleerung
  • Dokumentation der Blasenentleerung mit Hilfe von Protokollsystemen
  • Regelmäßige Begleitung und Unterstützung von Kind und Familie

Ziele der Urotherapie:

  • Aufkärung, Entlastung und Abbau von Schuldgefühlen
  • Stärkung der Selbsthilfekompetenz (Empowerment)
  • Anstoßen kognitiver Veränderungsprozesse, Abbau dysfunktionaler Gedanken
  • Erkennen der Beeinflussbarkeit von Körpervorgängen
  • Reduktion oder Beseitigung der Inkontinenz
  • Steigerung der Lebensqualität

Urotherapie wird in unterschiedlich intensiver Form angeboten:

  • Ärztliche urotherapeutische Beratung
  • Urotherapeutische Instruktion im Verlauf, wenn das Symptom sich nicht bessert
  • Kontinenzschulung für Kinder, die trotz intensiver Bemühungen tagsüber (und meist auch in der Nacht) einnässen

Siehe auch www.kontinenzschulung.de

Osteopathie und Chirotherapie

Funktionelle Blockaden können durch eine lang anhaltende Schonhaltung oder extreme Belastung eines Gelenkes entstehen. Oft regeneriert sich der Körper selber durch eine entspannende Entlastung, sachte Bewegung oder Dehnen. Manchmal reicht dies aber nicht aus, um die Blockade zu lösen.

Falls ein Gelenk „blockiert“ ist, wäre es von Vorteil, wieder seine freie Beweglichkeit zu schaffen, da sonst weitere neue Blockaden entstehen können. Durch die so entstandenen nicht anatomischen Druckverhältnisse sind sogar Langzeitschäden bei permanent blockiertem Gelenk denkbar. Zur Auflösung bieten sich die Osteopathie sowie die Chirotherapie an.

Osteopathie ist eine ganz sanfte Methode Muskeln und Sehnen zu entspannen und wieder zu aktivieren, wenn sie verspannt und damit in ihrer Funktion eingeschränkt sind. Diese Methode ist nicht schmerzhaft. Durch die Entspannung der Muskulatur können auch Gelenke, die „blockiert“ sind, wieder ihren normalen Bewegungsumfang annehmen. Oft benötigt der Therapeut dazu mehrere Sitzungen, um alle verspannten Stellen des Körpers so zu behandeln, dass es auch nachhaltig zum Erfolg führt.

Im Gegensatz dazu arbeitet die Chirotherapie nicht nur mit entspannenden Techniken, um funktionelle Blockaden der Gelenke zu lösen, sondern wendet auch „Impulse“ an, dass heißt kleine ruckartige Bewegungen an Druckpunkten, um Gelenke wieder beweglich zu machen. Dabei kann es manchmal zu einem durchaus auch lauten „ Knacken“ kommen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Knochen aufeinander „scheuern“ oder gar verletzt werden, sondern nur, dass ein Vakuum, das im Gelenkspalt durch die Immobilität des Gelenkes entstanden ist, wieder gelöst wird. Dies produziert ein knackendes Geräusch.

Nach einer solchen Behandlung empfinden die meisten Patienten eine plötzliche „Befreiung“ und genießen die „neue“ Beweglichkeit. Es gibt aber auch Menschen, die vorübergehend sehr empfindlich auf die veränderten Spannungsverhältnisse im Körper reagieren. Dies kann vereinzelt daher auch mit Kopfschmerzen, Schwindel oder Muskelkater ähnlichen Beschwerden verbunden sein.

In jedem Fall sollte vor einer chirotherapeutischen Behandlung eine schwerwiegende Vorerkrankung ausgeschlossen werden. Daher gibt es einen ausführlichen Anamnesebogen. Wir bitten Sie deshalb, diesen sorgfältig und wahrheitsgemäß auszufüllen, damit wir und Sie sich selber sicher sein können, dass diese Therapie Ihnen wirklich helfen kann. Bei einem zu großen Risiko durch Vorbelastungen kann es sein, dass wir die Behandlung grundsätzlich nicht mit Impulsen durchführen, sondern nur osteopathisch therapieren.

Da eine solche Therapiesitzung sehr zeitaufwendig sein kann, ist es möglich, dass wir, je nach Praxisaufkommen, einen neuen Termin für die Behandlung ausmachen müssen oder wir Sie zu anderen Spezialisten auf diesem Gebiet schicken.

Medizinisches Tapen und Sporttaping

Tapen hat mittlerweile eine breite Anerkennung als sehr wirksame Therapieform in der klassischen Medizin erfahren. Zunehmend sieht man auch die bunt beklebten Leistungssportler, die dieser Behandlung vertrauen.

Tapen ist jedoch nicht nur im Hochleistungssport zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit sinnvoll anwendbar. Auch bei nicht sportbedingten Zerrungen, Prellungen, Verspannungen, Überlastungen oder Funktionseinschränkungen der Gelenke, Wunden, Narben oder chronischen Beschwerden durch Arthrose können die bunten „Klebestreifen“ wunderbar helfen und unterstützen.
Dabei ist wichtig, dass man die Tapes im richtigen Verlauf des betroffenen Muskels und - je nach Diagnose und Zweck - mit oder ohne Zug professionell anlegt. Als Therapeut muss man also genau wissen, wie und wo die Unterstützung erfolgen soll. Dies beeinflusst den Verlauf des Tapes deutlich.

Durch die besonderen Beschaffenheiten des elastischen Materials und die spezifische Art des Tapens werden nicht nur stimulierende Wirkungen auf Muskeln, Gelenke, Lymph- und Nervensystem erzielt, sondern es wird auch die Durchblutung gesteigert. Dies bedeutet, dass es durch das Tape zu einem verbesserten Stoffwechsel mit Förderung des Abfluss von Hämatomen und Lymphe kommt. Zusätzlich stützt es den Muskel, in dessen Verlauf es klebt, so dass dieser sich besser entspannen kann. Eine rasche Regenerierung wird gefördert. Durch die Reizung bestimmter Rezeptoren in unserer Haut wird das körpereigene Schmerzdämpfungssystem aktiviert und durch die Stimulation von Rezeptoren in unseren Gelenken wird ein besseres Bewegungsgefühl erreicht. Bei arthrotischen Gelenken kann das Tape zwar nicht heilen, aber die Beschwerden deutlich lindern.

Die Qualität des Tapes spielt eine entscheidende Rolle. Wir verwenden ausschließlich das Kira-Tape des MTC, da wir mit diesem Tape eine tolle Qualität des Klebers (ganz entscheidend), der Baumwolle und der Elastizität haben. Zusätzlich ist ein schwarzer Tomalin in das Tape eingearbeitet, der die Durchblutung und damit den Effekt der Behandlung noch verstärkt.

Falls unter dem Tape Juckreiz/Rötungen oder Pusteln entstehen, erfolgt dies in der Regel nicht als allergische Reaktion auf das Tape, sondern ist eher ein Zeichen dafür, dass der Körper übersäuert ist und der Körper an den Stellen der deutlich vermehrten Durchblutung diese Säure ausstößt. Wenn Sie Ihren Säure-Basen-Haushalt durch Ernährung (Tabelle von Ralph verlinken), Trinken von Basen aktivierendem Tee (z.B. Basen-Aktiv-Tee der Firma Salus) oder Präparaten wie Basica direkt ® oder Bicanorm® unterstützen, sind die Reaktionen unter dem Tape meistens schnell wieder weg.

Je nach Erkrankung kann ein Tape in der Akutphase angelegt werden und 1-2 Wochen Anwendung ist ausreichend. Bei chronischen Beschwerden kann es aber auch sein, dass man ebenfalls wöchentlich das Tape erneuern muss und sich die Therapie aber über mehrere Wochen erstreckt. Die Therapie kann jederzeit wiederholt werden.

Bei folgenden Krankheitsbildern ist eine Behandlung mittels Tapeverband möglich:

  • Muskelverletzungen
  • Muskelverspannungen
  • Sprunggelenksverletzungen
  • Überlastungserscheinungen an Wirbelsäule, Schulter, Ellenbogen, Handgelenk, Hüfte, Knie-/Sprunggelenk, Ferse
  • Chronische Schmerzzustände (z.B. Arthrose, Myalgien…)
  • Lymphstau
  • Bei Leistungssportlern kann das Tape sowohl sowohl unterstützend in der Trainingsperiode, als auch im Wettkampf (sofern in der entsprechenden Sportart erlaubt!) angewendet werden, um die optimale Leistungsfähigkeit zu erzielen bzw. abzurufen.

Taping stellt eine individuelle Gesundheitsleistung dar, die als Analogziffer entsprechend § 6 Absatz 2 GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) nach vorheriger Honorarvereinbarung individuell abgerechnet wird.

Die Kosten sind abhängig von der Anzahl und Länge der Tapes sowie vom jeweiligen zeitlichen Aufwand der Therapie. Jede Behandlung wird nach Erhalt in bar oder über ec-cash bezahlt.

INPP (Institut für Neurophysiologische Psychologie) und RIT (Reflexintegrationstherapie)

Dies sind zwei Verfahren, um Menschen mit Residuen frühkindlicher Reflexe zu behandeln.

Frühkindliche Reflexe benötigen wir vor, während und nach der Geburt, damit ein Säugling die motorischen Grundfähigkeiten im Mutterleib und in den ersten Monaten bis ca. zum 1. Lebensjahr (motorische Meilensteine) erlernen kann. Danach sollten sich die Halte- und Stellreaktionen etablieren und die frühkindlichen Reflexe gehemmt werden. Ohne genau die Gründe zu wissen, zeigt sich, dass bei manchen Menschen aber, diese frühkindlichen Reflexe bestehen bleiben und da es sich um „einschießende Bewegungsimpulse“ handelt, das tägliche Leben erschweren. Bewegungen können nicht so flüssig durchgeführt werden. Bei manchen Menschen hat dies eine enorme Mehrarbeit zur Folge, die sich in Konzentrationsstörungen, Schwierigkeiten in der Schule mit Lesen, Schreiben und Rechnen, einem schlechten Gleichgewicht oder auch im Verhalten zeigen können. Wenn diese Mehrarbeit und die dadurch entstehenden Konsequenzen sehr beeinträchtigen oder stören, kann man sie mittels einer Art Sport/Krankengymnastik behandeln. Dazu gibt es unter anderem diese 2 Methoden

INPP ist eine Methode, die in England entwickelt wurde und die seit vielen Jahrzehnten weltweit nachhaltig sehr gute Ergebnisse zeigt. Diese Therapie setzt an der Ursache an und bewirkt eine Ausreifung und dann Hemmung der frühkindlichen Reflexe. Sie wird auf täglicher Basis Zuhause durchgeführt.

RIT ist eine jüngere Methode, die der passiven Form des INPP entspringt und vor allem im Süden Deutschlands verbreitet ist. Diese Therapieform hemmt die Reflexe in einfachen Übungen.

Bewegungen zu automatisieren, verschiedene Bewegungen mit anderen Sinnen wie Sehen oder Hören zu kombinieren oder zu koordinieren und ein perfektes Gleichgewicht zu entwickeln, ist die absolute Basis für die Wahrnehmung und Arbeit im Raum.

Erst durch das gute Zusammenspiel aller Sinne ist eine Präzision unserer Bewegungen möglich. Nur wenn die Bewegungen keine gesonderte Aufmerksamkeit mehr benötigen, kann sich das Gehirn auf Lerninhalte sowie neue Situationen schnell einstellen und ist dabei nicht überfordert.

Da aber so viele kleine „Zahnrädchen“ zusammen arbeiten und keine „Fehler“ haben dürfen, um perfekte Bewegungen, Haltung und Lernen möglich zu machen, ist dieses System natürlich auch extrem „störanfällig“. Eine mögliche Störung ist die Persistenz frühkindlicher Reflexe. Da wir so viele dieser Reflexe mit unterschiedlicher Wirkung haben, sind auch die „Symptome“ betroffener Kinder so unterschiedlich und teilweise schwer erkennbar.

Es gilt nun diese Kinder herauszufiltern und ihnen zum Beispiel durch gezielte Bewegungsübungen zu helfen, die Reflexe zu integrieren, damit Haltung und Bewegungen automatisiert werden können, um ihnen damit das Lernen und ihr ganzes Leben deutlich einfacher zu machen.