Nichtoperative Leistungen

Konservative Leistungen

  • Abklärung von Bauchschmerzen akut - chronisch
  • Abklärung und Behandlung von Verstopfungen
  • Urologische Probleme (Einnässen, Harnwegsinfekte, Auffälligkeiten beim Wasserlassen, Blasenfunktionsstörungen)
  • Urologische Betreuung bei neurogener Blasenfunktionsstörung (z.B. nach Spina bifida, MMC, Tumoren, Unfällen)
  • Insekten-/ Zeckenbiss
  • Nachsorge nach angeborenen Fehlbildungen sowie Operationen in der Früh- und Neugeborenenzeit, z. B. nach:
    • Ösophagusatresie
    • Darmatresien
    • Analatresie
    • M. Hirschsprung
    • Darmfehllage
    • Stomaanlage
    • Kloakenfehlbildung
    • Omphalocele
    • Gastroschisis
    • Zwerchfelldefekte
    • Blasenekstrophie
    • Erweiterung der Harnwege
    • Harnrückfluss zu den Nieren
  • Behandlung von Knochenbrüchen
  • Behandlung von Verbrennungen und Verbrühungen
  • Notfallversorgung bei akuten Verletzungen wie:
    • Wunden
    • Blutungen
    • Prellungen
    • Verrenkungen
    • Verbrennungen
    • Verbrühungen
    • Knochenbrüchen
  • Wachstumsschmerzen im Kleinkindalter
  • Gelenkschmerzen beim heranwachsenden Jugendlichen
  • Osteopathie/Chirotherapie, Gangauffälligkeiten, Fehlhaltungen, Haltungsprobleme

Kinderurologische Diagnostik

Standardisierte Basisdiagnostik bei Harninkontinenz und rezidivierenden Harnwegsinfektionen

Einnässen bei Kindern wird als “Harninkontinenz” bezeichnet. Wir unterscheiden das Einnässen im Schlaf (Enuresis nocturna) und das Einnässen im Wachzustand (Harninkontinenz am Tag).

Harninkontinenz mit und ohne begleitende Harnwegsinfektionen bei Kindern ist ein häufiges Problem. Im Alter von 7 bis 10 Jahren nässen etwa 7-13% der Kinder im Schlaf (meist in der Nacht, aber auch beim Mittagsschlaf) und 2 – 9 % der Kinder tagsüber ein. Nur selten ist eine Harninkontinenz Symptom einer organischen Erkrankung, fast immer liegt eine sogenannte funktionelle Störung vor, in deren Folge es gehäuft zu immer wiederkehrenden Harnwegsinfektionen – in aller Regel ohne Fieber – kommt.

Der Erwerb der Blasenkontrolle ist ein hochkomplexer und auch störungsanfälliger Reifungsprozess mit einer enormen interindividuellen Bandbreite der zeitlichen Abfolge. In den ersten Lebensjahren ist Einnässen normal, wird im Laufe der Kleinkindzeit in unterschiedlichem Alter aber als pathologisch wahrgenommen – abhängig von kulturellen und sozialen Rahmenbedingungen. Der Zeitpunkt, zu dem aus einem altersgerechten Phänomen ein pathologisches Phänomen wird, ist für jedes Kind individuell zu bestimmen. Er ist neben den in Deutschland akzeptierten medizinischen Kriterien vor allem abhängig von Entwicklungsaspekten und der Lebenssituation des Kindes.

Bis zur Vollendung des 60. Lebensmonats ist das Einnässen nach den internationalen Diagnosekriterien in der Regel als altersgemäß zu werten („physiologische Harninkontinenz“), meist auch dann, wenn die Kinder schon einmal vorübergehend „trocken“ waren. Nur in Ausnahmefällen sollte die Inkontinenz in dieser Altersgruppe als medizinisches Problem (mit diagnostischen und therapeutischen Konsequenzen) betrachtet werden.

Somit ist die Diagnose „Einnässen“ (Harninkontinenz) dann gerechtfertigt, wenn ein Kind, das das 5. Lebensjahr vollendet hat, im Wachzustand (Harninkontinenz tagsüber) und/oder im Schlaf (Enuresis, Enuresis nocturna) unfreiwillig und unkontrolliert, am falschen Ort und zur falschen Zeit, Urin verliert.

Zur standardisierten Basisdiagnostik bei Harninkontinenz und rezidivierenden Harnwegsinfektionen im Kindes- und Jugendalter gehören:

  • Anamnesegespräch mit Eltern und Kind
  • Strukturierte Anamnese nach KgKS (Konsensusgruppe Kontinenzschulung ) anhand des
  • Anamnesefragebogen (inkl. Screening für psychische Symptome)
  • Blasentagebuch über mindestens 48 Stunden
  • 14-Tage-Protokoll
  • körperliche Untersuchung
  • Ultraschall der Nieren, der Harnblase und des Enddarms
  • Uroflowmetrie (Harnflussmessung)
  • Restharnbestimmung mittels Ultraschall
  • Urinuntersuchung

Die Unterlagen zur strukturierten Anamnese werden Ihnen entweder bei der Erstvorstellung in unserer Praxis ausgehändigt oder Sie können diese Unterlagen im Vorwege auf der Homepage der Konsensusgruppe Kontinenzschulung (www.kontinenzschulung.de) unter Download-Diagnostik selber herunterladen und bereits ausgefüllt zur Vorstellung in unserer Praxis mitbringen.

Erweiterte Diagnostik bei funktioneller Blasenstörung mit/ohne Harninkontinenz oder rezidivierenden Harnwegsinfektionen

Unserer diagnostischen und therapeutischen Arbeit bei funktioneller Blasenstörung und rezidivierenden Harnwegsinfektionen liegt ein mehrdimensionales und systemisches Verständnis der Blasenstörung mit und ohne resultierender Harninkontinenz bzw. Harnwegsinfektionen zugrunde. Inkontinenz ist nicht nur z. B. Folge einer gestörten Blasenfunktion, einer Störung hormoneller Regelkreise oder einer psychischen oder psychosomatischen Problematik. Inkontinenz ist zu verstehen als Reifungsstörung und als Symptom einer komplexen Wechselwirkung von körperlichen, seelischen und sozialen Faktoren, in der auch gesellschaftliche und familiäre Wertungen des Symptoms “Einnässen” eine bedeutsame Rolle spielen. Häufig bestehen im Rahmen einer Inkontinenzproblematik auch immer wiederkehrende Harnwegsinfektionen, die nicht selten von den betroffenen Kindern und deren Eltern unbemerkt auftreten. Beide Krankheitsbilder beeinflussen sich gegenseitig und es ist oft nicht möglich herauszufinden, welches von Beiden ursächliche Erkrankung, welches Folgeerkrankung darstellt.

Eine behutsame und nicht invasive (schmerzfreie) Diagnostik sowie eine kind- und familiengerechte Behandlung und Beratung sowie die weitere Krankheitsbegleitung sind diesem Verständnis verpflichtet.

Zur erweiterten Diagnostik und Therapie bei funktioneller Blasenstörung mit/ohne Harninkontinenz oder rezidivierenden Harnwegsinfektionen im Kindes- und Jugendalter gehören nach durchgeführter Basisdiagnostik (siehe dort):

  • Erweitertes Anamnesegespräch mit Eltern und Kind
  • ausführliche körperliche Untersuchung
  • erneute Ultraschalluntersuchung der Nieren, der Harnblase sowie Bestimmung der Enddarmweite (Rektum) als Verlaufsparameter für eine häufig begleitende Verstopfung (Obstipation)
  • Uroflowmetrie (Harnflussmessung) mit Ableitung eines Beckenboden EMG’s
  • Restharnbestimmung mittels Ultraschall
  • Ggf. erneute Urinuntersuchung
  • Auswertung und detaillierte Bewertung der Diagnostik
  • bei Bedarf Einleitung einer weiterführenden speziellen kinderurologischen / kindernephrologischen / neuropädiatrischen / kindergastroenterologischen und/oder kinder-jugendpsychiatrischen Diagnostik
  • bei Bedarf Einleitung einer speziellen urotherapeutisch ausgerichteten Physiotherapie/Beckenbodentherapie, einer kindgerechten Biofeedback-/Elektrostimulationsbehandlung, einer Weckapparatetherapie, eines sauberen Einmalkatheterismus

Siehe auch www.kontinenzschulung.de